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Gourmet Mondial

Das Gourmet Mondial findet man im beschaulichen Mainzer Stadtteil Gonsenheim.

Zugegeben: uns war es nur als Catering-Betrieb bekannt. Wie es der Zufall wollte, haben wir jedoch Ricardo D. Ullrich kennen gelernt, der sich als Sommelier für die Weinauswahl des Gourmet Mondial verantwortlich zeichnet. So erfuhren wir, dass das Gourmet Mondial seine Gäste mit verschiedenen Menüs an mehreren Tagen in der Woche in der Elbestraße empfängt. Ob das "Weltgourmet" seinem Namen Ehre machen kann? Skeptisch können wir.


Bereits beim Betreten merkt man, dass man hier nicht irgendwo "gelandet" ist. Das Interieur gleicht einem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer, das nicht nur stilsicher, sondern auch mit extravaganten Details jedem Neu-Gast unweigerlich ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert.

Und so einladend das Gourmet Mondial eingerichtet ist, so herzlich war der unverhoffte Empfang durch Inhaberin und Küchenchefin Daniela M. Fadda. Hier merkten wir sofort, wir wir sind willkommen. Doch was folgte, sollte unsere Geschmacksknospen auf eine Probe stellen.


Danielas Gäste entscheiden sich zwischen verschiedenen Menüs. Für Prosaliebhaber, die  dem Lesegenuss ellenlanger Speisekarten fröhnen: Eine herbe Enttäuschung! Für uns: eine reine Wohltat. Zur Auswahl standen ein weihnachtliches Menü mit Gänsekeule, ein vegetarisches und das klassische Menü. Wir haben uns für das Klassische entschieden, dem Sommelier des Hauses vertraut und gleich die Weinbegleitung dazu bestellt. Doch zunächst wurden wir mit einem herrlich frischen, schaumig-cremigen Pisco Sour überrascht. Die Attribute gehen gar nicht zusammen? Dann unbedingt selbst probieren! Zwar streiten sich Chilenen mit Peruaner ob des Ursprungs; war uns aber egal. Im Zweifel für Chile, das Heimatland von Daniela und Ricardo.


Nach dem Amuse-Bouche folgte ... wir nehmen es gleich vorweg. Eine Wucht, die unsere Geschmacksknospen mit Konfetti schmeißen ließ: Eine Butternuß-Kürbis Crème brulée mit Blauschimmelkäse. Laufwarm serviert ein Hochgenuss. Der Blauschimmel, herrlich dezent, harmoniert mit dem cremigen Kürbis und hinterlässt uns mit einem seligen Lächeln. Der knusprige Speck gibt dem Gericht den Kick, wunderbar dazu Dattel-Chutney. Eine runde Sache. Sehr harmonisch dazu ein ein schlanker im Stahltank ausgebauter Chardonnay. Was für ein Auftakt!


Wie soll da das Hauptgericht mithalten? Fragt Daniela. Wir hatten einen kurzgebratenen Hirschrücken mit Thymian Reduktion. Das Fleisch wunderbar zart à point. Hier versteht jemand was von seinem Handwerk. Und beim Schreiben läuft uns gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.  Dazu Sellerie-Nussbutter-Püree, Waldpilze und Topfenknödel  - leicht angebraten mit schönen Röstaromen. Das Püree herrlich cremig und gaumenschmeichelnd. Die Weinbegleitung perfekt: Ein chilenischer Carménère, der ja gerne mal als Cowboy unter den Rebsorten wild und ungestüm daher kommt. In diesem Fall: wunderbar ausbalanciert, rund, voller Körper, dunkle Früchte und Aromen von gerösteter Paprika #perfectmatch!

Zum Abschluss wurde uns eine Birne sous vide mit Weißwein-Reduktion und Tonkabohnen-Eis serviert. Eine spannende Kombination. Das Sous-vide-garen bringt immer wieder neue Überraschungen in puncto Textur & Geschmack des Garguts mit sich. Das Experiment mit der Birne: Geglückt! Die Birne schmiegt sich harmonisch an die Aromen des Tonkabohnen-Eis an. Dazu passend: Eine Auslese vom Chardonnay. Freunde, eine Freude!


Wir machen es kurz: Das Gourmet Mondial stellt eine Gefahr für die kulinarische Sicherheit in Mainz dar! Wer einmal dort war, will unbedingt wieder und wieder kosten, was Daniela und ihr Team auf den Teller zaubert und mit welchen Weinen Ricardo die exquisite Auswahl kombiniert. Und das gefährliche: Wer einmal da ist, will nicht wieder weg. Unser Abend sollte nach dem Dessert auch nicht enden. Mit einem Carménère - ihr merkt er hat in uns seine Fans - durften wir uns noch weiter im Gourmet Mondial wohlfühlen und den Abend langsam ausklingen lassen...

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